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Zuckeraustauschstoff Erythrit

*enthält Werbung*

 

ZUCKER -  Die Vorliebe auf Süßes ist uns angeboren. Süßer Geschmack zeigt uns nämlich eine energiereiche und meist ungiftige Nahrung an. In den Wohlstandsländern wird Zucker allerdings im Überfluss genossen: etwa 35 Kilogramm verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr - und mit ihnen etwa 140.000 Kilokalorien. Die WHO empfiehlt jedoch am Tag nicht mehr als 25g Zucker zu essen, das wären umgerechnet ca. 8 Stück Würfelzucker.

 

In vielen Lebensmitteln wird Zucker verarbeitet, auch da, wo man es als Endverbraucher vielleicht gar nicht vermutet. Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe erscheinen da als die perfekte Alternative: Sie schmecken süß, liefern aber deutlich weniger Energie bzw. sind kalorienfrei. Die Auswahl an alternativen Süßungsmitteln wird deshalb immer vielfältiger. Neue kalorienfreie Zuckerersatz-Produkte kommen auf dem Markt. Für alle LowCarb-Anhänger, Anti-Zucker-Challenge-Teilnehmer und Foodtrend-Enthusiasten ist es natürlich interessant, wenn etwas Neues an der "Zuckerfreien-Front" auftaucht. Doch was ist eigentlich dieses Erythrit, (vermarktet z.B. unter dem Namen XUCKER® LIGHT) das man mittlerweile so häufig in den Regalen findet?

 

 

Erythrit - zählt zu den sogenannten Zuckeraustauschstoffen, genauso wie Xylit, Mannit, Sorbit, Isomalt, Maltit, Lactit und Polyglycitolsirup – mit dem Unterscheid, dass Erythrit keine Kalorien enthält. 2006 hat die EU Erythrit als Zuckeraustauschstoff zugelassen. Zuckeraustauschstoffe sind chemisch betrachtet Zuckeralkohole (Polyole) und haben keinen bzw. nur einen geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Zudem haben die meisten Zuckeraustauschstoffe keine oder nur eine sehr geringe Karies fördernde Wirkung. Erythrit wird vom Körper nicht verstoffwechselt und darf deshalb als "kalorienfrei" ausgewiesen werden. Es wird von der Darmschleimhaut aufgenommen, jedoch direkt an die Nieren weitergeleitet und dort fast vollständig über der Harn ausgeschieden. Hergestellt wird Erythrit durch die Vergärung von Stärke (z.B. Maisstärke) mit Hilfe von Hefen.

 

 

 

Schmeckt`s?

Erythrit sieht ähnlich aus wie Zucker und schmeckt auch annährend so. Seine Süßkraft entspricht aber nur ca. 60 % - 70% des Haushaltszuckers. Um die gleiche Süßkraft wie von Haushaltszucker zu erzielen, müsst ihr also mehr Erythrit verwenden. Mein persönlicher Favorit ist Erythrit geschmackstechnisch dennoch nicht, es erinnert mich zu sehr an Traubenzucker. Süß ist es schon, aber anders.

 

 

 

 

Wozu kann man Erythrit verwenden?

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es sich vor allem zum Süßen von heißen Getränken eignet. Zum Backen ist Erythrit meiner Meinung nach nicht sehr empfehlenswert, da es erstens vorher pulverisiert (oder bereits so gekauft werden muss) werden muss und zweitens sollte die Menge Erythrit, die im Rezept verwendet wird,  nicht mehr als 20% aller Zutaten ausmachen. Somit müsste man den Rest dann doch wieder mit Zucker auffüllen. Bestimmte Backrezepte (z.B. Biskuit) gelingen damit überhaupt nicht, da Erythrit nicht die Backeigenschaften wie Zucker vorweisen kann. Die Konsistenz des Teiges sieht bei der Herstellung noch identisch aus, jedoch verändert sich das deutlich während des Backens. Ihr könnt euch hier Schokomuffins im direkten Vergleich ansehen, rot = Zucker, blau = Erythrit

Der rote Muffin war deutlich fluffiger, der blaue Muffin dagegen außen herum sehr trocken und innen sehr fest. Nach dem vollständigen Auskühlen war der rote Muffin immer noch weich, der Blaue dagegen wurde hart. Auch geschmacklich punktete bei meinen Testessern eindeutig die Zuckervariante.

 

 

Verwendung in der Lebensmittelindustrie...

Hier wird Erythrit gerne für Kaugummi, diverse Bonbons, Limonaden und Schokoladen verwendet. Die Produkte werden dann mit dem Zusatz LowCarb oder Zuckerfrei beworben. Auch in Bio-Produkten ist Erythrit erlaubt, sofern er aus einer ökologischer Produktion gewonnen wurde.

 

Am Beispiel der  LowCarb Schokolade von Zotter möchte ich euch meine Erfahrung damit mitteilen. Als Diätassistentin ist es vielleicht eine "Berufserkrankung", dass ich bei Produkten immer zuerst auf die Nährwertanalyse schaue. Also, vergleichen wir doch mal. Die LowCarb dunkel Schokolade geht gegenüber einer anderen 75% Schokolade aus dem Hause Zotter mit 100kcal auf 100g weniger an den Start. Da der Fettgehalt bei beiden jedoch gleich ist, macht sich hier ausschließlich die Verwendung von Erythrit bemerkbar. Die Verpackung enthält 2 Tafeln à 35g und somit kommt eine Tafel der LowCarb Schokolade gerade mal auf 35kcal weniger.

Bei den LowCarb Sauerkirschen BALLEROS nehme ich den direkten Vergleich zu den "herkömmlichen" Sauerkischen Balleros. Hier verliert die LowCarb-Variante bei der Nährwertanalyse, denn der Zuckergehalt ist natürlich geringer, jedoch ist der Fettgehalt deutlich höher und somit gleicht es sich am Ende bis auf 14kcal/100g aus.

 

 

Für überzeugte LowCarb-Anhänger mag das eine gute Alternative sein, für alle anderen sollte hier definitv nur der Geschmack entscheiden.

 

Nebenwirkungen?!?

Da Erythrit zu 90% im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts aufgenommen wird, verursacht es deshalb weniger Nebenwirkungen wie Blähungen oder Durchfälle wie andere Zuckerausstauschstoffe. Dennoch kann es bei übermäßgiem Verzehr abführend wirken. Jetzt steht nur noch die Frage im Raum, was ist ein übermäßiger Verzehr? Bis zu 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht werden meist vertragen, die Toleranz ist jedoch individuell unterschiedlich. Wenn ihr also Erythrit mal ausprobieren möchtet, solltet ihr euch langsam heran tasten.

 

Mein Fazit

Erythrit kann gut als kalorienfreier Zuckerersatz für Tee oder Kaffee genommen werden. Da ein Kilo Erythrit mit über 10€ zu Buche schlägt, ist es eine kostenintensive Alternative. Geschmacklich konnte Erythrit bei mir nicht punkten, auch die fehlenden Backeigenschaften machen den Zuckeraustauschstoff für mich nicht weiter interessant.

Für mich ist (und bleibt wohl auch) die einzige richtige Alternative: Zucker sparsam verwenden!

Viele Rezepte gelingen auch mit deutlich weniger Zucker und bei Schokoladen gibt es kleinere Portionseinheiten (siehe Fotos) als die 100g Tafel, damit hat man auch Zucker eingespart!

Und wie schreibt Zotter so schön den Hinweis in den Produkten:

"ACHTUNG nicht essen sondern genießen."

 

Hier geht`s direkt zu den vielen leckeren Schokoladen Minis von Zotter.

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